Fami­lie

Familie

Arti­kel 10 des UN-Sozi­al­pak­tes ent­hält u.a. Vor­schrif­ten über den Schutz der Fami­lie. Er knüpft hier­mit an Arti­kel 25 Abs. 2 der All­ge­mei­nen Erklä­rung der Men­schen­rech­te an.

Arti­kel 10 Nr. 1 des UN-Sozi­al­pak­tes sieht Schutz und Bei­stand für die Fami­lie vor und ent­spricht damit inhalt­lich dem in Arti­kel 23 Absät­ze 1 und 3 des UN-Zivil­pak­tes ver­bürg­ten Schutz von Ehe und Fami­lie.

Gegen­über einer For­mu­lie­rung der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on , wonach die Fami­lie “auf die Ehe gegrün­det” sei, wur­de gel­tend gemacht, auch Fami­li­en, die nicht auf einer Ehe beruh­ten, soll­ten den Schutz die­ser Vor­schrift genie­ßen. Das wür­de z. B. für Müt­ter mit nicht­ehe­li­chen Kin­dern gel­ten. Arti­kel 25 Abs. 2 der All­ge­mei­nen Men­schen­rechts­er­klä­rung sah für nicht­ehe­li­che Kin­der den glei­chen Schutz wie für ehe­li­che Kin­der vor.

Die Klau­sel, wonach die Ehe­schlie­ßung auf dem frei­en Wil­len der Ehe­part­ner beru­hen muss, gehört sys­te­ma­tisch eher in den Pakt über bür­ger­li­che und poli­ti­sche Rech­te, wo sich in der Tat eine ent­spre­chen­de Vor­schrift fin­det ( Arti­kel 23 Abs. 3 des UN-Zivil­pak­tes ).

Die Rechts­ord­nung der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land trägt die­ser Vor­schrift des UN-Sozi­al­pak­tes in mehr­fa­cher Hin­sicht Rech­nung. Hier ist zunächst auf Arti­kel 6 GG und die umfas­sen­de Rege­lung des Fami­li­en­rechts im Rah­men des deut­schen Pri­vat­rechts hin­zu­wei­sen, fer­ner auf die Straf­vor­schrif­ten der §§ 170 ff. StGB. Die für den öffent­li­chen Dienst maß­geb­li­chen Rechts­vor­schrif­ten und die­je­ni­gen über öffent­li­che Sozi­al­leis­tun­gen, ins­be­son­de­re aus der Sozi­al­ver­si­che­rung, ent­hal­ten zahl­rei­che Bestim­mun­gen, kraft derer im Hin­blick auf den Fami­li­en­stand und unter­halts­be­rech­tig­te Ange­hö­ri­ge beson­de­re Leis­tun­gen (z. B. Kin­der­geld, Kin­der­zu­schlä­ge) gewährt wer­den; auch das Steu­er­recht trägt dem Fami­li­en­stand durch Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen Rechnung.

Arti­kel 10
Die Ver­trags­staa­ten erken­nen an,

  1. dass die Fami­lie als die natür­li­che Kern­zel­le der Gesell­schaft größt­mög­li­chen Schutz und Bei­stand genie­ßen soll, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf ihre Grün­dung und solan­ge sie für die Betreu­ung und Erzie­hung unter­halts­be­rech­tig­ter Kin­der ver­ant­wort­lich ist. Eine Ehe darf nur im frei­en Ein­ver­ständ­nis der künf­ti­gen Ehe­gat­ten geschlos­sen werden;

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