Ange­mes­se­ner Lebensstandard

Bauernfamilie Abendessen

Arti­kel 11 des UN-Sozi­al­pak­tes gewähr­leis­tet einen ange­mes­se­nen Lebens­stan­dard (Art. 11 Abs. 1) sowie den Schutz vor Hun­ger (Art. 11 Abs. 2 des UN-Sozi­al­pak­tes). Die­se bei­den Absät­ze bil­de­ten im Ent­wurf der Men­schen­rechts­kom­mis­si­on zwei ver­schie­de­ne Arti­kel. Der Drit­te Aus­schuss der Gene­ral­ver­samm­lung ging aber zutref­fend davon aus, dass aus­rei­chen­de Ernäh­rung, Beklei­dung und Unter­brin­gung Bestand­tei­le des Lebens­stan­dards seien.

Arti­kel 11 Absatz I des UN-Sozi­al­pak­tes zielt einer­seits auf einen ange­mes­se­nen Lebens­stan­dard ab, ande­rer­seits auf eine ste­ti­ge Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen. Der “instru­men­ta­le” Teil die­ses Absat­zes geht im Grun­de genom­men nicht über Arti­kel 2 Absatz 1 des UN-Sozi­al­ak­tes hinaus.

Das hier gesetz­te Ziel wird vor allem im Bereich der Arti­kel 6 und 9 des UN-Sozi­al­pak­tes ver­wirk­licht. Wer arbeits­fä­hig ist, soll­te nach Mög­lich­keit in die Lage ver­setzt wer­den, sei­nen eige­nen Lebens­un­ter­halt und den sei­ner Fami­lie durch Erwerbs­tä­tig­keit zu ver­die­nen; soweit die Arbeits­fä­hig­keit nicht gege­ben ist oder kei­ne Arbeits­mög­lich­keit besteht, haben Leis­tun­gen der sozia­len Sicher­heit einzugreifen.

Arti­kel 11
(1) Die Ver­trags­staa­ten erken­nen das Recht eines jeden auf einen ange­mes­se­nen Lebens­stan­dard für sich und sei­ne Fami­lie an, ein­schließ­lich aus­rei­chen­der Ernäh­rung, Beklei­dung und Unter­brin­gung, sowie auf eine ste­ti­ge Ver­bes­se­rung der Lebens­be­din­gun­gen. Die Ver­trags­staa­ten unter­neh­men geeig­ne­te Schrit­te, um die Ver­wirk­li­chung die­ses Rechts zu gewähr­leis­ten, und erken­nen zu die­sem Zweck die ent­schei­den­de Bedeu­tung einer inter­na­tio­na­len, auf frei­er Zustim­mung beru­hen­den Zusam­men­ar­beit an.

(2) In Aner­ken­nung des grund­le­gen­den Rechts eines jeden, vor Hun­ger geschützt zu sein, wer­den die Ver­trags­staa­ten ein­zeln und im Wege inter­na­tio­na­ler Zusam­men­ar­beit die erfor­der­li­chen Maß­nah­men, ein­schließ­lich beson­de­rer Pro­gram­me, durchführen

  1. zur Ver­bes­se­rung der Metho­den der Erzeu­gung, Halt­bar­ma­chung und Ver­tei­lung von Nah­rungs­mit­teln durch vol­le Nut­zung der tech­ni­schen und wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se, durch Ver­brei­tung der ernäh­rungs­wis­sen­schaft­li­chen Grund­sät­ze sowie durch die Ent­wick­lung oder Reform land­wirt­schaft­li­cher Sys­te­me mit dem Ziel einer mög­lichst wirk­sa­men Erschlie­ßung und Nut­zung der natür­li­chen Hilfsquellen;
  2. zur Siche­rung einer dem Bedarf ent­spre­chen­den gerech­ten Ver­tei­lung der Nah­rungs­mit­tel­vor­rä­te der Welt unter Berück­sich­ti­gung der Pro­ble­me der Nah­rungs­mit­tel ein­füh­ren­den und aus­füh­ren­den Länder.

Bild­quel­len:

  • Bundesarchiv_Bild_183-29989–0003_VEG_Falkenberg_Bauernfamilie_Abendessen: Bun­des­ar­chiv, Bild 183−29989−0003 (ADN-Zen­tral­bild) | CC BY-SA 3.0 Unported

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